Was ist ein Ausleger beim Rudern?

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JB
Verfasst von , Gründer von Row HQ und aktiver Ruderer. Aktualisiert
Ruderlexikon

Rigger

Der Ausleger ragt seitlich aus dem Rennruderboot heraus. Er trägt die Dolle und schafft die Hebelverhältnisse für den Ruderschlag. Hier erfahren Sie, wie er aufgebaut ist, welche Materialien verwendet werden und welche Einstellungen und Wartungsarbeiten wichtig sind.

Was ist ein Ausleger beim Rudern?

Der Ausleger ragt seitlich aus dem Rennruderboot heraus und trägt die Lagerung des Ruders. Er schafft die nötigen Hebelverhältnisse. Zur Lagerung gehören Dollenstift und Dolle; Manschette und Klemmring sitzen am Ruder. Höhe, Dollenabstand, Anlage und Position der Lagerung lassen sich einstellen. Diese Einstellungen beeinflussen jeden Ruderschlag und sollten zum Boot sowie zur Mannschaft passen.

Also called: Riggers, Outrigger, Boat Rigger

Definition

Der Ausleger ist seitlich am Boot befestigt und trägt den Dollenstift, um den das Ruder schwenkt. Er verlegt den Drehpunkt je nach Einstellung um 70-90 cm aus der Bootsmitte nach außen. Dadurch kann der Griff im Boot bewegt werden, während das Blatt außen gegen das Wasser arbeitet.

Im Englischen heißt der Ausleger „rigger“. „To rig“ und „to derig“ bedeuten, die Ausleger anzubauen beziehungsweise abzunehmen. Für den Transport auf dem Bootsanhänger werden viele Rennboote abgeriggert. Ohne die seitlich herausragenden Ausleger lassen sie sich platzsparender und sicherer übereinander verladen.

Aufbau der Ruderlagerung

Vier wichtige Bauteile lassen sich einstellen oder bei Verschleiß ersetzen:

  • Dollenstift: Der senkrechte Metallstift am Ausleger. Die Dolle dreht sich um ihn. Er hat meist einen glatten Edelstahlkern. Seine Neigung in Längs- und Querrichtung beeinflusst die Anlage des Blatts und kann je nach Bauart eingestellt werden.
  • Dolle: Das U-förmige Kunststoffteil nimmt den Ruderschaft auf und dreht sich um den Dollenstift. Ein verschließbarer Bügel hält das Ruder in der Dolle. Über diese Lagerung wird die Kraft auf den Ausleger übertragen.
  • Manschette: Die Kunststoffhülle am Ruderschaft liegt in der Dolle. Sie gehört direkt zum Ruder und muss genau zur Dollengröße passen. Beispiele sind Ausführungen für Concept2 Macon, Concept2 Smoothie und Croker.
  • Klemmring: Der verstellbare Anschlag am Schaft liegt an der Innenseite der Dolle an und verhindert seitliches Durchrutschen. Seine Position bestimmt den Innenhebel des Ruders und gehört damit zur Einstellung der Riggerung.

Materialien für Ausleger

Viele Vereinsausleger bestehen aus Aluminium. Es verbindet geringes Gewicht mit Stabilität und lässt sich vergleichsweise günstig ersetzen. Hochwertige Ausführungen sind gegen Korrosion eloxiert, was bei Salzwasser wichtig ist. Verbogene Ausleger können je nach Schaden von einer fachkundigen Person geprüft und gegebenenfalls gerichtet werden.

Carbonausleger sind bei hoher Steifigkeit leichter als Aluminiumausleger. Sie kosten mehr und Risse erfordern eine aufwendigere Reparatur. Hersteller wie Empacher, Filippi und Hudson bieten je nach Bootsklasse und Ausführung unterschiedliche Materialien an. Besonders bei hochwertigen Einern und Doppelzweiern spielt jedes eingesparte Gramm eine Rolle.

Einstellungen der Riggerung

Trainer oder Materialverantwortliche stimmen insbesondere diese vier Bereiche auf die Mannschaft ab:

  • Höhe: Abstand der Dolle über dem Rollsitz. Zu niedrig behindert die Handführung im Endzug, zu hoch erschwert den Einsatz. Übliche Werte liegen etwa bei 16-18 cm im Riemenboot und 14-16 cm im Skullboot.
  • Dollenabstand: Beim Skullen der Abstand zwischen den Dollenstiften, beim Riemenrudern zwischen Stift und Bootsmitte. Er beeinflusst Hebel und Reichweite. Üblich sind etwa 84-86 cm beim Riemenrudern und 158-160 cm beim Skullen.
  • Anlage: Der Winkel, mit dem das Blatt im Wasser steht. Die Längsanlage liegt typischerweise bei 4-6 Grad, die seitliche Neigung bei 0-1 Grad. Diese Einstellung beeinflusst sowohl das Einsetzen als auch das Ausheben.
  • Dollenstift und Stemmbrett: Ihre Position in Längsrichtung bestimmt die Lage des Ruderers zur Auslage. Wird das Stemmbrett zum Bug verschoben, verändert sich auch die Beugung der Beine beim nächsten Einsatz.

Einstellungen hängen zusammen. Wird eine verändert, sollten die anderen geprüft werden. Viele Vereine dokumentieren deshalb die Maße jedes Bootes in einem Riggerungsbuch. So bleiben frühere Einstellungen nachvollziehbar und können wiederhergestellt werden, falls eine Änderung nicht die gewünschte Wirkung hat.

Wartung der Ausleger

Die Wartung fällt weniger auf als das Training, ist aber für sichere Fahrten entscheidend. Dollenstifte und Dollen müssen sauber und leichtgängig bleiben; beachten Sie die Herstellerhinweise zur Pflege. Prüfen Sie vor jeder Fahrt die Befestigungsschrauben. Lockere Ausleger können sich verbiegen oder brechen.

Dollen und Manschetten verschleißen und müssen bei Riefen oder Spiel ersetzt werden. Oft betreut ein erfahrenes Mitglied die Riggerung des gesamten Bootsparks. Mit der Bootswartung im Verwaltungsbereich werden Arbeiten pro Boot dokumentiert: Ausleger gerichtet, Dolle ersetzt oder Klemmring versetzt. So bleibt die Geschichte an einem Ort statt in mehreren WhatsApp-Verläufen.

Häufige Probleme mit der Riggerung

Plötzlich auftretende Technikprobleme können an veränderten oder beschädigten Einstellungen liegen:

  • Ruder rutscht in der Dolle: Der Klemmring sitzt locker oder die Manschette ist verschlissen. Vor der nächsten Fahrt befestigen oder ersetzen.
  • Falscher Blattwinkel beim Einsatz: Die Anlage hat sich verändert, möglicherweise durch einen gelockerten Dollenstift. Am Ufer mit einer Anlagelehre prüfen und fachgerecht einstellen.
  • Boot kippt einseitig: Der Dollenabstand ist möglicherweise ungleich, etwa nach einem verbogenen Ausleger. Beide Seiten messen. Bei mehr als 1 cm Abweichung sollte eine fachkundige Person den betroffenen Ausleger prüfen.

Häufige Fragen zu Auslegern

Was ist ein Ausleger beim Rudern?

Der Ausleger ist der seitlich aus dem Boot ragende Träger für die Dolle. Er verlegt den Drehpunkt des Ruders nach außen und schafft so die Hebelverhältnisse für den Durchzug. Ohne diese Lagerung wäre wirksame Kraftübertragung kaum möglich. Beim Riemenrudern gibt es pro Ruderplatz eine Dolle auf einer Seite, beim Skullen auf beiden Seiten.

Welche Teile gehören zur Ruderlagerung?

Am Ausleger sitzt der senkrechte Dollenstift. Darum dreht sich die Dolle, ein U-förmiges Kunststoffteil, das das Ruder aufnimmt. Die Manschette am Schaft liegt in der Dolle. Der verstellbare Klemmring stützt sich an ihrer Innenseite ab und verhindert seitliches Durchrutschen. Manschette und Klemmring gehören zum Ruder, arbeiten aber unmittelbar mit dem Ausleger zusammen.

Welche Einstellungen sind besonders wichtig?

Wichtig sind Dollenhöhe, Dollenabstand, Anlage und die Lage von Dollenstift und Stemmbrett. Die Höhe beeinflusst die Handführung und den Abstand zum Wasser. Der Abstand bestimmt Hebel und Reichweite. Die Anlage beeinflusst den Blattwinkel beim Einsetzen und Ausheben. Die Position in Längsrichtung bestimmt, wie der Ruderer zur Auslage sitzt. Jede Einstellung wirkt sich auf den gesamten Schlag aus.

Aus welchen Materialien bestehen Ausleger?

Viele Vereinsboote haben Aluminiumausleger. Sie sind leicht, stabil und vergleichsweise günstig zu ersetzen. Hochwertige Ausleger bestehen auch aus Carbon. Das ermöglicht hohe Steifigkeit bei geringem Gewicht, ist aber teurer und bei Rissen aufwendiger zu reparieren. Empacher, Filippi und Hudson verwenden unterschiedliche Ausleger je nach Boot und Ausführung. Eloxiertes Aluminium ist besser gegen Korrosion geschützt.

Wie werden Ausleger gewartet?

Prüfen Sie vor jeder Fahrt, ob die Befestigungsschrauben fest sitzen. Ein lockerer Ausleger ist gefährlich. Dollenstifte und Dollen müssen gemäß Herstellerangaben sauber und leichtgängig bleiben. Verschlissene Dollen und Manschetten mit Riefen oder Spiel werden ersetzt. Bei gemeinsam genutzten Rudern sollte die Klemmringposition geprüft werden. Viele Vereine übertragen die Verantwortung für diese Arbeiten einem erfahrenen Mitglied.

Weiterlernen

Ein intakter Ausleger hält das Ruder dort, wo es erwartet wird. Vereine können Prüfungen, Einstellungen und Reparaturen in der Rudervereinssoftware von Row HQ dokumentieren. Das Ruderlexikon erklärt die Ausrüstungsbegriffe, die dabei gebraucht werden.

Änderungen der Riggerung für jedes Boot festhalten.

Im Verwaltungsbereich von Row HQ dokumentieren Sie Wartungsarbeiten pro Boot. Ob gerichteter Ausleger, neue Dolle oder versetzter Klemmring: Die Angaben bleiben für alle Verantwortlichen zusammen statt in mehreren getrennten WhatsApp-Verläufen.

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