Ergometer
Ein Ruderergometer misst die Leistung beim Rudern an Land. Concept2 ist seit Mitte der 1980er-Jahre im Wettkampfsport verbreitet. Der Monitor zeigt Tempo, Watt, Kalorien, Strecke, Zeit und Schlagfrequenz. Ruderer trainieren damit, wenn Wassertraining nicht möglich ist, und prüfen ihre Fitness mit vergleichbaren Tests.
Was ist ein Ergometer?
Ein Ruderergometer misst die beim Rudern geleistete Arbeit. Im Wettkampfsport ist der Concept2 RowErg verbreitet. Sein Schwungrad erzeugt Luftwiderstand, dessen Gefühl über eine Luftklappe beeinflusst wird. Der Monitor zeigt Zeit pro 500 m, Watt, Kalorien, Strecke, Trainingszeit und Schlagfrequenz. So lassen sich Einheiten an Land steuern und Ergebnisse vergleichen.
Also called: Erg, Rowing Ergometer, Indoor Rower, Rowing Machine
Ergometer, Ergo, Rudergerät
Diese Begriffe bezeichnen im Ruderkontext dasselbe Trainingsgerät. „Ergometer“ stammt vom griechischen ergon für Arbeit. Im deutschen Vereinsalltag wird auch „Ergo“ gesagt, im Englischen „erg“: etwa „60 Minuten auf dem Ergo“ oder „2k in 7:15“. Im Fitnessbereich heißt es meist Rudergerät. Typische Bestandteile sind Rollsitz, Stemmbrett, Zuggriff und ein Widerstandssystem.
So funktioniert ein Ergometer
Bei jedem Schlag wird der Griff gezogen und das Schwungrad beschleunigt. Der Widerstand entsteht je nach Gerät durch Luft bei Concept2, Wasser bei WaterRower oder Magnete bei Hydrow. Sensoren erfassen die Bewegung. Daraus berechnet das Gerät Leistung und eine entsprechende Strecke. Der Monitor zeigt Tempo, Watt, Entfernung und Kalorien während des Trainings an.
Beim Concept2 beeinflusst die Luftklappe am Schwungrad das Zuggefühl. Die Skala reicht von 1 bis 10. Sie verändert die Luftzufuhr, legt aber nicht allein das Ergebnis fest. Der Monitor ermittelt den Drag Factor aus dem Abbremsen des Schwungrads und berücksichtigt damit Geräteeinstellung und Luftbedingungen. Mit dem Ergometer-Temporechner rechnen Sie eine Zeit pro 500 m in Watt, Kalorien und voraussichtliche Gesamtzeiten um.
Concept2 als Vergleichsmaßstab
Concept2-Ergometer prägen den Rudersport seit Mitte der 1980er-Jahre. Der heutige RowErg folgt auf Model D und Model E. Geräte des Herstellers werden bei World Rowing Indoor Championships, C.R.A.S.H.-B Sprints in Boston sowie britischen und australischen Indoor-Meisterschaften genutzt. Die reparierbare Konstruktion und vergleichbare Messung helfen Trainern, Ergebnisse über Jahre und zwischen verschiedenen Athleten einzuordnen.
WaterRower, Hydrow, NordicTrack und Echelon bieten ebenfalls Rudergeräte, vor allem für das Heimtraining. Ihre Messwerte folgen aber nicht zwingend derselben Berechnung wie Concept2. Eine persönliche Bestzeit über 2k auf einem WaterRower ist deshalb nicht unmittelbar mit einer 2k-Zeit auf einem Concept2 vergleichbar.
Was die Anzeigen bedeuten
- Zeit pro 500 m: Die Zeit, die bei aktuellem Tempo für 500 m nötig wäre. 1:45 bedeutet 1 Minute und 45 Sekunden. Das ist eine der wichtigsten Tempogrößen im Rudern.
- Watt: Die Leistung. Concept2 verwendet watts = 2.80 / (split_seconds / 500)^3. Ein Tempo von 1:45 entspricht ungefähr 268 Watt, 1:30 ungefähr 425 Watt.
- Kalorien pro Stunde: Näherungsweise Watt x 4 plus 300 für den Grundumsatz. Zur Trainingsübersicht brauchbar, aber keine genaue Messung des persönlichen Energieverbrauchs.
- Schlagfrequenz: Schläge pro Minute. Typische Bereiche sind UT2 bei 18 bis 20, UT1 bei 20 bis 24, Schwellentraining bei 26 bis 28 und Renntempo bei 32 bis 38.
- Strecke: Rechnerische Meter aus der geleisteten Arbeit, keine tatsächlich zurückgelegte Entfernung.
Wie Rudervereine Ergometer nutzen
Ergometer ermöglichen Training bei Dunkelheit, Hochwasser, Eis oder gesperrtem Bootspark. Sie bieten außerdem kontrollierte Bedingungen für Fitnesstests, etwa 2k, 5k, 30 Minuten oder 60 Minuten. Die Ergebnisse ergänzen die Mannschaftsauswahl neben Sitzplatzvergleichen und Beobachtungen auf dem Wasser. So kann eine Trainingsgruppe auch ohne gemeinsame Wasserbedingungen regelmäßig und vergleichbar arbeiten.
Ergometerergebnisse gehören zur Trainingsdokumentation. Wer Tests und Entwicklungen festhält, kann Fortschritte erkennen und Auswahlentscheidungen nachvollziehbar begründen. Alter und Körpergewicht helfen bei der Einordnung. Die Trainerwerkzeuge von Row HQ speichern Ergebnisse beim jeweiligen Mitglied, damit Trainer die Entwicklung über eine Saison verfolgen können.
Typische Ergometertests
Im leistungsorientierten Rudern werden unter anderem diese Tests genutzt:
- 2,000 m (2k): Ein verbreiteter Belastungstest über die klassische internationale Renndistanz. Richtwerte sind etwa 6 bis 8 Minuten für Männer und 7 bis 9 Minuten für Frauen.
- 5,000 m (5k): Ausdauertest, für viele erwachsene Ruderer etwa 17 bis 22 Minuten.
- 30 Minuten: Zurückgelegte Strecke in 30 Minuten bei haltbarer Schwellenbelastung zur Beurteilung der Ausdauer.
- 60 Minuten: Längerer aerober Test, meist im UT1- oder UT2-Bereich.
- 4 x 2,000 m oder 8 x 500 m: Intervalle zur Beurteilung von rennspezifischer Leistung und Erholung.
Zu jedem Test werden Körpergewicht und Drag Factor festgehalten. Gewichtsanpassungen helfen, die unterschiedliche absolute Leistung leichterer und schwererer Ruderer einzuordnen. Die Werte bleiben jedoch nur ein Teil der Beurteilung; sie ersetzen keine Beobachtung der Leistung im Boot.
Indoor-Rowing als eigene Sportart
Indoor-Rowing ist längst mehr als Wintertraining. Die C.R.A.S.H.-B Sprints in Boston gibt es seit 1982. Sie verzeichnen über 2,000 Meldungen jährlich. Dazu kommen British Indoor Rowing Championships, European Indoor Rowing Championships und World Rowing Indoor Championships. Concept2-Onlinewettbewerbe, regionale Serien sowie Wettbewerbe in CrossFit-Studios und Fitnessstudios erreichen auch Menschen außerhalb klassischer Rudervereine.
Häufige Fragen zum Ergometer
Ist ein Ergometer dasselbe wie ein Rudergerät?
Im Ruderkontext ja. „Ergometer“ ist die technische Bezeichnung, „Ergo“ die umgangssprachliche Kurzform und „Rudergerät“ der allgemeine Fitnessbegriff. Gemeint ist dieselbe Geräteart. Im Wettkampfrudern ist Concept2 seit Mitte der 1980er-Jahre verbreitet. Der RowErg wird bei internationalen Indoor-Wettkämpfen eingesetzt und dient vielen Vereinen als Vergleichsmaßstab für Trainings- und Testergebnisse.
Was misst ein Ergometer?
Ein Ergometer misst die Arbeit pro Schlag und berechnet daraus Tempo pro 500 m, Watt, Kalorien pro Stunde, Strecke, Zeit und Schlagfrequenz. Bei Concept2 verbindet die Formel watts = 2.80 / (split_seconds / 500)^3 das Tempo mit der Leistung. Kalorien pro Stunde werden näherungsweise aus Watt x 4 plus 300 berechnet. Der Monitor zeigt diese Werte laufend an und speichert die Einheit.
Was ist eine gute 2k-Zeit?
Als Orientierung gelten bei Männern unter 7:00 (1:45 pro 500 m), auf hohem Niveau unter 6:30 (1:37). Bei Frauen sind es unter 8:00 (2:00) beziehungsweise unter 7:15 (1:48). Für unter 19-Jährige gelten als Orientierung 6:30 bis 7:00 bei Jungen und 7:30 bis 8:00 bei Mädchen. Masterszeiten hängen von der Altersklasse ab. Der Ergometer-Temporechner rechnet Gesamtzeiten in Tempo, Watt und Schätzwerte für längere Strecken um.
Wie misst das Ergometer Strecke, ohne sich zu bewegen?
Der Zug am Griff beschleunigt das Schwungrad gegen den Widerstand. Sensoren erfassen seine Bewegung zwischen den Schlägen. Daraus berechnet der Monitor die geleistete Arbeit und rechnet sie in eine entsprechende Strecke um. Der Drag Factor beschreibt das Abbremsen und berücksichtigt Luftklappe sowie Luftbedingungen. Die angezeigten Meter sind deshalb ein rechnerisches Maß und keine tatsächlich zurückgelegte Entfernung.
Welche Luftklappeneinstellung sollte ich verwenden?
Viele Ruderer nutzen beim Concept2 3 bis 5 statt 10. Die Klappe verändert das Gefühl: 5 wirkt schwerer, 1 leichter. Entscheidend ist der gemessene Drag Factor. Typische Bereiche sind 110 bis 130 für leichte Männer, 130 bis 150 für schwere Männer, 105 bis 120 für leichte Frauen und 120 bis 135 für schwere Frauen. Auch bei Indoor-Wettkämpfen werden häufig Werte unter 130 genutzt.
Lassen sich aus Ergometerergebnissen Bootsgeschwindigkeiten vorhersagen?
Nur eingeschränkt. Das Ergometer misst Leistung unter kontrollierten Bedingungen. Im Boot kommen Technik, Balance, Abstimmung, Wasserbedingungen und Steuerlinie hinzu. Ein besseres Ergebnis kann auf mehr Leistungsfähigkeit hinweisen, lässt sich aber nicht direkt in Geschwindigkeit umrechnen. Trainer nutzen es deshalb zusammen mit Sitzplatzvergleichen, Zeitfahrten auf dem Wasser und ihrer Beobachtung. Nicht jeder kann dieselbe Kraft gleichermaßen wirksam ins Boot bringen.
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Ergometerergebnisse werden nützlich, wenn Trainer die Entwicklung über eine Saison erkennen. Eine Verwaltungssoftware für Rudervereine hält Tests beim Mitglied statt in verstreuten Tabellen fest. Das Ruderlexikon erklärt weitere Begriffe aus Training und Wettkampf.
Alle Ergometerergebnisse an einem Ort.
Row HQ speichert Tests beim jeweiligen Mitglied, zeigt die sportliche Entwicklung über die Saison und unterstützt die Mannschaftsauswahl. Von Ruderern entwickelt und beim britischen Oundle Town Rowing Club im Einsatz.