Feathering
Beim Abdrehen wird das Ruder um 90 Grad gedreht. Das Blatt steht beim Vorrollen dadurch parallel statt senkrecht zum Wasser. So bietet es dem Wind weniger Angriffsfläche und lässt sich mit Abstand über der Wasseroberfläche führen.
Was bedeutet Abdrehen beim Rudern?
Beim Abdrehen wird das Ruder um 90 Grad gedreht, sodass das Blatt beim Vorrollen parallel statt senkrecht zur Wasseroberfläche steht. Das verringert den Luftwiderstand und schafft Abstand zum Wasser. Die Drehung erfolgt unmittelbar nach dem Ausheben und vor dem Wegführen der Hände. Beim Rudern mit aufgedrehten Blättern entfällt diese Bewegung, um andere Teile der Technik gezielt zu üben.
Also called: Feather, Oar Feathering
Definition
Abdrehen bezeichnet das Drehen des Ruders um seine Längsachse zwischen den Schlägen. Im Durchzug steht das Blatt senkrecht im Wasser und bietet eine große Fläche zur Kraftübertragung. Beim Vorrollen liegt es parallel zur Oberfläche und bietet dem Wind weniger Angriffsfläche. Aufdrehen und Abdrehen gehen bei jedem Schlag flüssig ineinander über.
Das Abdrehen zur Verringerung des Luftwiderstands wird seit Jahrhunderten in Ruderbooten und bei der Marine genutzt. Im modernen Wettkampfsport gehört es sowohl beim Riemenrudern als auch beim Skullen dazu. In der Anfängerausbildung und bei Technikübungen wird dagegen zeitweise mit durchgehend aufgedrehten Blättern gerudert.
So funktioniert das Abdrehen
Beim Riemenrudern dreht die Innenhand den Griff, beim Skullen übernehmen beide Hände diese Aufgabe. Das Ruder wird um 90 Grad gedreht. Dafür genügt eine kleine Bewegung am Griff, keine vollständige Drehung des Handgelenks. Die Finger bleiben dabei möglichst locker und verkrampfen nicht um den Griff.
Manche Trainer vermitteln das Drehen mit den Fingern bei geradem Handgelenk. Das ist beim Skullen häufiger als beim Riemenrudern und ermöglicht eine kontrollierte Blattdrehung. Für Anfänger ist diese Bewegung anspruchsvoller. Viele Vereinstrainer beginnen mit einer einfacheren Drehbewegung und lassen Fortgeschrittene später die passende Grifftechnik entwickeln.
Der Zeitpunkt für Ab- und Aufdrehen
Das Abdrehen folgt unmittelbar auf das Ausheben im Endzug. Zuerst senken sich die Hände und heben das Blatt senkrecht aus dem Wasser. Dann wird der Griff gedreht, bis das Blatt parallel zum Wasser steht. Anschließend werden die Hände weggeführt. Beim Verlassen des Körpers soll das Blatt vollständig abgedreht sein.
Aufgedreht wird während des Vorrollens, etwa auf halber Rollbahn. Der Oberkörper ist dabei bereits vorgeneigt. Frühes Aufdrehen lässt genug Zeit, den nächsten Einsatz vorzubereiten. Wer erst unmittelbar am vorderen Umkehrpunkt aufdreht, riskiert ein schräges Eintauchen und verliert beim Wasserfassen wirksame Schlaglänge.
Rudern mit aufgedrehten Blättern als Übung
Bei dieser Technikübung entfällt das Abdrehen. Die Blätter bleiben während Durchzug und Vorrollen senkrecht zur Wasseroberfläche. Weil sie dem Wind mehr Angriffsfläche bieten, ist die Balance anspruchsvoller. Zugleich werden Fehler sichtbar, die ein abgedrehtes Blatt sonst verdeckt. Vor allem das Ausheben muss sauber erfolgen.
Trainer nutzen die Übung beim Aufwärmen, im Grundlagentraining und in Technikeinheiten. Sie macht unsauberes Ausheben sichtbar und verlangt eine klare Abwärtsbewegung der Hände. Auch der Einsatz wird geübt, weil das Blatt ohne zusätzliche Drehung eintaucht. Mit den Trainerwerkzeugen lassen sich Abschnitte mit aufgedrehten und abgedrehten Blättern für die Trainingsgruppe planen und Beobachtungen einzelnen Ruderern zuordnen.
Häufige Fehler beim Abdrehen
Fehler beim Ab- und Aufdrehen gehören zu den häufigsten Technikproblemen im Verein:
- Zu frühes Abdrehen: Der Griff wird gedreht, bevor das Blatt frei ist. Es schneidet seitlich durch das Wasser und kann eintauchen. Das ist eine besonders häufige Ursache für einen Krebs.
- Zu spätes Aufdrehen: Das Blatt ist in der Auslage noch teilweise abgedreht. Es taucht schräg ein und spritzt, statt sauber Wasser zu fassen. Das kostet bei jedem einzelnen Schlag Geschwindigkeit.
- Ungleichmäßiger Drehwinkel: Das Blatt wird zu weit oder nicht weit genug abgedreht. Dadurch greift der Wind unterschiedlich an. Wiederholung und Rückmeldung des Trainers helfen.
- Verkrampfter Griff: Angespannte Finger behindern und verlangsamen die Drehung. Lockere Hände sind besonders bei Kälte wichtig, wenn der Griff schnell steif wird.
Warum Anfänger zunächst mit aufgedrehten Blättern üben
Viele Trainer lassen Anfänger zunächst einige Wochen mit aufgedrehten Blättern rudern. Die Balance ist wegen des Windwiderstands anspruchsvoller, die Koordination aber einfacher: Eine Bewegung entfällt. Sobald der grundlegende Schlagablauf sitzt, kommt das Abdrehen hinzu. Wer beides gleichzeitig lernt, entwickelt leichter Timingfehler im Endzug, die später mühsam korrigiert werden müssen.
Häufige Fragen zum Abdrehen
Was bedeutet Abdrehen beim Rudern?
Beim Abdrehen wird das Ruder um 90 Grad gedreht, sodass das Blatt parallel zur Wasseroberfläche steht. Im Durchzug steht es aufgedreht, also senkrecht im Wasser. Beim Vorrollen wird es flach geführt und vor dem nächsten Einsatz wieder aufgedreht. Die Drehung am Griff gehört zu den charakteristischen Bewegungen beim Rudern.
Warum werden die Blätter abgedreht?
Ein abgedrehtes Blatt bietet dem Wind weniger Angriffsfläche und bleibt leichter über Wellen und Kabbelwasser. Beides zählt bei hoher Geschwindigkeit. Ein aufgedrehtes Blatt würde beispielsweise bei einem Rennen mit 36 Schlägen/min im Gegenwind deutlich bremsen. Im Wettkampfrudern wird deshalb abgedreht. Nur bei bestimmten Technikübungen bleiben die Blätter während des gesamten Schlags aufgedreht.
Wann wird abgedreht?
Abgedreht wird unmittelbar nach dem Ausheben im Endzug, bevor die Hände den Körper verlassen. Die Reihenfolge lautet: Hände senken und Blatt senkrecht ausheben, Griff drehen und Blatt flach stellen, Hände wegführen. Vor dem Wegführen sollte das Blatt vollständig abgedreht sein. Das erneute Aufdrehen erfolgt während des Vorrollens, etwa auf halber Rollbahn und deutlich vor dem Einsatz.
Was ist Rudern mit aufgedrehten Blättern?
Bei dieser Technikübung wird nicht abgedreht. Die Blätter bleiben im Durchzug und beim Vorrollen senkrecht zur Wasseroberfläche. Dadurch muss die Blattstellung vorher stimmen. Unsauberes Ausheben wird sichtbar und der Einsatz lässt sich direkt üben. Trainer nutzen die Übung beim Aufwärmen, im Grundlagentraining und in Technikeinheiten, weil Fehler an der Blattführung deutlich erkennbar werden.
Welche Fehler treten beim Abdrehen häufig auf?
Der häufigste Fehler ist das Abdrehen vor dem Ausheben. Das Blatt schneidet dann seitlich durchs Wasser und kann einen Krebs verursachen. Ein weiterer Fehler ist zu spätes Aufdrehen vor dem Einsatz. Das Blatt taucht schräg ein und spritzt, statt sauber Wasser zu fassen. Beide Fehler kosten Bootsgeschwindigkeit und sind vom Ufer aus gut sichtbar.
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Übungen mit aufgedrehten Blättern für die Trainingsgruppe planen.
Mit den Trainerwerkzeugen und der Trainingsplanung von Row HQ gestalten Sie Technikeinheiten und halten Beobachtungen pro Ruderer fest. So bleibt die Entwicklung über die Saison nachvollziehbar.