Was ist der Schlagplatz?

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Verfasst von , Gründer von Row HQ und aktiver Ruderer. Aktualisiert
Ruderlexikon

Stroke Seat

Der Schlagplatz liegt am nächsten zum Heck. Von dort werden Frequenz und Rhythmus der gesamten Mannschaft vorgegeben. Die anderen orientieren sich an Blattführung und Bewegungsablauf. Im Achter ist es Platz 8, im Vierer Platz 4 und im Zweier der hintere Ruderplatz.

Was ist der Schlagplatz?

Der Schlagplatz ist der Ruderplatz am nächsten zum Heck. Von dort werden Schlagfrequenz und Rhythmus der Mannschaft vorgegeben. Alle anderen orientieren sich an der Bewegung dieses Platzes. Im Achter ist es Platz 8, im Vierer Platz 4 und im Zweier der hintere Ruderplatz in Fahrtrichtung.

Also called: Stroke, Stroke Position, Stern Pair

Die Aufgabe auf dem Schlagplatz

Die wichtigste Aufgabe ist ein verlässlicher Rhythmus. Einsatz, Durchzug, Endzug und Vorrollen der ganzen Mannschaft richten sich danach. Wenn der Schlagplatz gleichmäßig und sauber rudert, können die anderen folgen. Wechselt der Ablauf unkontrolliert, verliert das Boot besonders unter Rennbelastung seine Abstimmung.

Auch Rennkommandos werden auf dem Schlagplatz zuerst umgesetzt. Beim Kommando „In zwei Schlägen zehn kräftige“ beginnt dort der Wechsel, dann folgt die Mannschaft. Dasselbe gilt für Frequenzänderungen oder Druckwechsel. Die übrigen Ruderer passen sich an die Bewegung von Schlagmann oder Schlagfrau an.

In ungesteuerten Booten wie 4-, 2- und Skullbooten übernimmt der Schlagplatz mehr taktische Verantwortung. Ohne Steuerleute müssen Tempowechsel und Zwischenspurts innerhalb der Mannschaft abgestimmt werden. Trainer bauen Aufstellungen oft um diesen Platz herum auf. Werkzeuge zur Mannschaftsauswahl helfen, passende Ruderer für die übrigen Plätze zu finden.

So wird der Schlagplatz besetzt

Trainer beginnen die Mannschaftsauswahl häufig mit dem Schlagplatz. Wichtige Kriterien sind:

  • Technische Beständigkeit: Eine Schlaglänge und ein Rhythmus, denen die Mannschaft zuverlässig folgen kann.
  • Sicherheit im Rennen: Unter Druck ruhig bleiben und Kommandos sauber umsetzen.
  • Rhythmusgefühl: Den natürlichen Bewegungsablauf des Bootes spüren und eine passende Frequenz finden.
  • Ausdauer: Den vorgegebenen Rhythmus unter Belastung halten, während sich die Mannschaft daran orientiert.

Das beste 2k-Ergometerergebnis bedeutet nicht automatisch einen Platz am Schlag. Rhythmus und Rennverhalten zählen ebenso wie Kraft. Die stärkste Person auf dem Ergometer sitzt manchmal auf Platz 7 oder in der Bootsmitte auf 5 und 6, wo ihre Kraft besonders unmittelbar zum Bootslauf beitragen kann.

Das Schlagpaar

Im Achter bilden 7 und 8 das Schlagpaar. Der Schlagplatz gibt den Rhythmus vor. Platz 7 folgt unmittelbar und vermittelt ihn an die Bootsmitte mit den Plätzen 3, 4, 5 und 6. Beide müssen genau zusammenrudern. Eine schlechte Abstimmung zwischen 7 und 8 kostet den Achter schnell Geschwindigkeit.

Trainer lassen das Schlagpaar häufig über eine Saison zusammen. Die beiden entwickeln ein gemeinsames Zeitgefühl und geben der Mannschaft einen stabilen Rhythmus. Im Vierer, ob 4+ oder 4-, übernehmen die Plätze 3-4 diese Aufgabe. Gemeinsames Training macht die Übergänge bei Frequenzwechseln verlässlicher.

Schlagplatz beim Riemenrudern und Skullen

Im Riemenboot kann der Schlagplatz je nach Aufstellung auf Steuerbord oder Backbord geriggert sein. Das wirkt sich auf Steuerverhalten und Sichtlinie der Steuerleute aus. Im Achter liegt der Schlagplatz traditionell auf Backbord, also links in Fahrtrichtung. Es gibt aber auch italienische und Tandem-Riggerungen.

In Einer, Doppelzweier, Doppelvierer und Doppelachter bleibt der Schlagplatz der Ruderplatz am nächsten zum Heck. Er gibt den Rhythmus ohne die Seitenverteilung des Riemenruderns vor. Doppelvierer und Doppelachter haben oft über eine Saison feste Schlagleute. Im Doppelzweier kann die Besetzung je nach Fahrt wechseln.

Bekannte Schlagleute

Internationale Ruderer werden oft mit der Rhythmusarbeit im Boot verbunden. Sir Steve Redgrave gehörte zu den britischen Olympiasiegermannschaften von 1996 und 2000. Frances Houghton ruderte auf dem Schlagplatz britischer Frauenachter und Doppelvierer. Mahe Drysdale prägte als erfolgreicher Einer-Ruderer seine eigene Renngestaltung. In Mannschaftsbooten setzen Trainer auf dem Schlagplatz häufig besonders erfahrene Wettkampfruderer ein.

Wie Schlagleute trainieren

Das Training entspricht weitgehend dem der Mannschaft, mit zusätzlichem Schwerpunkt auf gleichmäßiger Frequenz und Rennabläufen. Trainingspläne enthalten etwa Frequenzleitern mit 18, 20, 22 und 24 oder Wechsel von 32 auf 28. Schlagleute setzen die Änderung um, die Mannschaft folgt. Rennproben mit voller Belastung aus dem Stand gehören ebenfalls zur Vorbereitung.

Cox Boxes wie NK CoxBox oder Coxmate GPS zeigen die aktuelle Schlagfrequenz. So prüfen Schlagleute und Steuerleute, ob eine Vorgabe sauber umgesetzt wurde. Zwischen den Trainingsabschnitten hilft die Anzeige, das eigene Bewegungsgefühl mit der tatsächlichen Frequenz abzugleichen und wiederholbar zu machen.

Herkunft des Begriffs

Das englische „stroke seat“ stammt aus dem Rudern des 19. Jahrhunderts. „Stroke“ bezeichnete zunächst den Ruderschlag. Weil der hecknächste Ruderer diesen für die anderen vorgibt, erhielt sein Platz denselben Namen. Im Deutschen heißen Position und Rolle Schlagplatz beziehungsweise Schlagmann oder Schlagfrau. Ähnliche Bezeichnungen verbreiteten sich mit dem Sport.

Häufige Fragen zum Schlagplatz

Welche Aufgabe hat die Person auf dem Schlagplatz?

Schlagmann oder Schlagfrau geben Frequenz und Rhythmus vor. Die übrige Mannschaft folgt der Bewegung von Blatt und Griff möglichst genau. Auch Rennkommandos werden zuerst auf dem Schlagplatz umgesetzt: Wird eine andere Frequenz oder ein Zwischenspurt angesagt, beginnt dort die Änderung. In ungesteuerten Booten kommen zusätzliche taktische Aufgaben und gegebenenfalls das Steuern hinzu.

Was unterscheidet Schlagplatz und Bugplatz?

Der Schlagplatz liegt am Heck, bei einem Achter nahe am Steuerplatz. Der Bugplatz liegt am anderen Ende und überquert als erster Ruderplatz die Ziellinie. Vom Schlagplatz kommen Rhythmus und Tempo. Am Bug sind besonders genaue Blattführung und Balance gefragt, weil sich Bewegungen am leichteren Bootsende deutlich auf den Bootslauf auswirken.

Was zeichnet gute Schlagleute aus?

Gute Schlagleute rudern technisch zuverlässig und bleiben unter Renndruck ruhig. Schlaglänge und Rhythmus müssen konstant sein, weil jede Unregelmäßigkeit die ganze Mannschaft erreicht. Sie müssen das Rennen einschätzen, passende Momente für einen Zwischenspurt erkennen und Frequenzwechsel sauber umsetzen. Ausdauer ist ebenfalls wichtig. Trainer wählen für diesen Platz häufig erfahrene Ruderer, die ihre Leistung im Rennen verlässlich abrufen.

Was ist das Schlagpaar?

Das Schlagpaar besteht im Achter aus den Plätzen 7 und 8, im Vierer aus 3 und 4. Gemeinsam geben sie den Rhythmus vor. Platz 7 beziehungsweise 3 folgt dem Schlagplatz unmittelbar und trägt dessen Bewegung in die Mannschaft weiter. Beide müssen besonders genau zusammenarbeiten. Deshalb werden dort häufig erfahrene Ruderer eingesetzt, die zeitlich gut zueinander passen.

Unterscheidet sich der Schlagplatz beim Skullen und Riemenrudern?

Auch im Skullboot liegt der Schlagplatz am nächsten zum Heck und gibt die Frequenz vor. Beim Riemenrudern kann dieser Platz je nach Riggerung auf Steuerbord oder Backbord rudern. Das beeinflusst die Anordnung der Ausleger und das Steuern. In Doppelzweier und Doppelvierer ist das Zeitgefühl genauso wichtig: Auch dort richtet sich die Mannschaft nach dem Schlagplatz.

Weiterlernen

Der Schlagplatz gibt den Rhythmus vor. Trainer brauchen daneben einen klaren Überblick über die gesamte Aufstellung. Row HQ verbindet Sitzplatzzuordnung und Verfügbarkeit. Das Ruderlexikon erklärt die Begriffe, die auf allen Plätzen verwendet werden.

Sie wählen den Schlagplatz. Row HQ ordnet die Mannschaftsdaten.

Die Trainerwerkzeuge von Row HQ zeigen Mannschaftsaufstellung, Verfügbarkeit und Sitzplätze gemeinsam an. Von Ruderern entwickelt und beim britischen Oundle Town Rowing Club im Einsatz.

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