Was ist die Schlagfrequenz?

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Verfasst von , Gründer von Row HQ und aktiver Ruderer. Aktualisiert
Ruderlexikon

Stroke Rate

Die Schlagfrequenz zählt Ruderschläge pro Minute. Typische Werte reichen von 18 Schlägen/min im Grundlagentraining bis 44 im Endspurt. Sie unterscheidet sich von der Bootsgeschwindigkeit. Verbunden sind beide Größen durch die Strecke, die das Boot pro Schlag zurücklegt.

Was ist die Schlagfrequenz?

Die Schlagfrequenz ist die Zahl der Ruderschläge pro Minute. Cox Boxes, Ergometer und GPS-Geräte zeigen sie während der Fahrt an. Sie ist nicht mit der Bootsgeschwindigkeit gleichzusetzen. Eine Mannschaft kann mit längeren, kräftigeren Schlägen bei niedriger Frequenz schneller sein oder mit kürzeren Schlägen bei höherer Frequenz. Typische Werte reichen von 18 Schlägen/min im Grundlagentraining bis 44 Schlägen/min im Endspurt.

Also called: Rate, SPM, Stroke Rating, Cadence

Ein Ruderer im Einer bei hoher Schlagfrequenz. Kräftige Blattwirbel bleiben hinter dem Boot zurück, am Bug entsteht eine deutliche Welle.
Die Schlagfrequenz zählt Schläge pro Minute. Auch das Wasser gibt Hinweise: Eng beieinanderliegende Blattwirbel deuten auf eine hohe Frequenz hin.

Definition und Einheit

Die Schlagfrequenz wird in Schlägen pro Minute angegeben. Ein Schlag umfasst Einsatz, Durchzug, Endzug und Vorrollen. Eine Mannschaft mit 32 Schlägen/min führt in 60 Sekunden genau 32 vollständige Schlagzyklen aus.

Cox Boxes, Ergometermonitore und GPS-Geräte zeigen die Frequenz laufend an. Der Wert wird nach wenigen Schlägen aktualisiert. Viele moderne Anzeigen verwenden für die Darstellung eine Nachkommastelle, zum Beispiel 32.4 Schläge/min.

So wird die Schlagfrequenz gemessen

Im gesteuerten Boot meldet ein Magnetsensor an der Rollbahn des Schlagplatzes jede Ankunft in der Auslage. Die Cox Box zählt diese Signale und rechnet sie in Schläge pro Minute um. Das Ergebnis erscheint unmittelbar auf dem Display am Steuerplatz.

Auf dem Ergometer wird die Frequenz aus dem zeitlichen Verlauf des Kettenzugs ermittelt. Der Concept2 PM5 zeigt während der gesamten Trainingseinheit die aktuelle Schlagfrequenz, das Tempo, Watt und Kalorien an.

Geräte wie NK SpeedCoach und Coxmate GPS können ohne Rollsitzsensor das Bewegungsmuster des Bootes auswerten. Jeder Durchzug erzeugt eine Beschleunigung. Aus diesem wiederkehrenden Muster lassen sich einzelne Schläge und damit die aktuelle Frequenz erkennen und berechnen.

Typische Schlagfrequenzen im Training

Übliche Trainings- und Rennbereiche im Vereins- und internationalen Erwachsenenrudern:

  • UT2 (Grundlagenausdauer): 18-22 Schläge/min. Lange aerobe Belastungen, die einen großen Teil des Wintertrainings ausmachen.
  • UT1 (intensivere Grundlagenausdauer): 22-26 Schläge/min. Kräftigeres aerobes Training zur Entwicklung der Ausdauerleistung.
  • AT (anaerobe Schwelle): 26-30 Schläge/min. Schwellentraining und längere Belastungen nahe am Renntempo.
  • Langstreckenrennen: 28-32 Schläge/min. Häufiger Streckenschlag über 4-7 km.
  • Kurzstreckenregatta: 36-40 Schläge/min. Typischer Streckenschlag im mittleren Abschnitt eines 2-km-Rennens.
  • Endspurt oder Start: 40-44 Schläge/min. Frequenzen für die ersten 20 Schläge nach dem Start und die letzten 250 m eines 2-km-Rennens.

Junioren- und Vereinsmannschaften rudern oft 1-2 Schläge/min niedriger als internationale Erwachsenenmannschaften derselben Bootsklasse. Nutzen Sie den kostenlosen Trainingsrechner und den Ergometer-Temporechner, um passende individuelle Tempovorgaben für Ihre Einheiten zu bestimmen.

Verhältnis von Durchzug und Vorrollen

Jeder Schlag besteht aus Durchzug und Vorrollen. Beim Durchzug liegen die Blätter im Wasser und Beine sowie Oberkörper bewegen die Griffe. Beim Vorrollen geht es mit abgedrehten Blättern zurück zur Auslage. Das zeitliche Verhältnis dieser Phasen verändert sich mit der Frequenz.

Bei 18-22 Schlägen/min dauert das Vorrollen meist im Verhältnis 1:2 oder 1:3 länger als der Durchzug. Die nächste Auslage lässt sich ruhig vorbereiten. Bei Rennfrequenz von 36-40 Schlägen/min nähert sich das Verhältnis 1:1. Mannschaften mit kontrolliertem Vorrollen erhalten mehr Bootslauf als solche, die hektisch rollen und für weniger Geschwindigkeit mehr Kraft aufwenden.

Wie die Frequenz die Bootsgeschwindigkeit beeinflusst

Schlagfrequenz und Bootsgeschwindigkeit sind über die Strecke pro Schlag verbunden, auf Englisch DPS. Dafür wird die Geschwindigkeit durch die Frequenz geteilt, jeweils mit derselben Zeiteinheit. Lange, kräftige Schläge können bei niedriger Frequenz schnell sein. Kürzere Schläge können durch häufigeren Krafteinsatz ebenfalls Geschwindigkeit erzeugen.

Ab einer bestimmten Frequenz, häufig um 40 Schläge/min, kostet jede weitere Erhöhung Kraft. Das Vorrollen wird zu kurz, um jeden Durchzug voll zu nutzen. Trainer und Mannschaft ermitteln die optimale Rennfrequenz deshalb praktisch: Entscheidend ist, bei welcher Frequenz das Boot am schnellsten fährt, nicht der höchste Wert auf der Anzeige.

Frequenzen im Training steigern

Frequenzleitern sind eine übliche Trainingsform: 5 Minuten mit 18 Schlägen/min, 5 Minuten mit 20, 5 mit 22 und 5 mit 24. So wird der Bereich bis zur Rennfrequenz aufgebaut. Abschnitte mit fester Frequenz, etwa 4 x 1 km bei 32 Schlägen/min, schulen das Halten der Vorgabe unter Belastung.

Schlagleute und Steuerleute prüfen die Frequenz über die Cox Box. Mit Werkzeugen für Mannschaftsaufstellung und Trainingsplanung können Trainer die Vorgaben vorab für jeden Abschnitt festlegen. Auf dem Wasser kontrollieren die Steuerleute anhand der Anzeige, ob die Mannschaft sie einhält.

Häufige Fragen zur Schlagfrequenz

Welche Schlagfrequenzen sind üblich?

Typische Bereiche sind 18-22 Schläge/min für UT2, 22-26 für UT1 und 26-30 für Training an der anaeroben Schwelle. Bei Langstreckenrennen sind 28-32 üblich, bei Kurzstreckenregatten 36-40. Start und Endspurt erreichen 40-44. Internationale Achter liegen im Streckenschlag häufig bei 38-40. Junioren- und Vereinsmannschaften rudern oft 1-2 Schläge/min niedriger.

Was unterscheidet Schlagfrequenz und Bootsgeschwindigkeit?

Die Schlagfrequenz beschreibt, wie oft gerudert wird. Die Bootsgeschwindigkeit beschreibt, wie schnell sich das Boot bewegt, gemessen in Metern pro Sekunde oder Zeit pro 500 m. Eine Mannschaft kann mit langen, kräftigen Schlägen bei niedriger Frequenz schneller sein. Die Strecke pro Schlag verbindet beide Werte und sagt oft mehr über die Wirksamkeit der Technik aus als die Frequenz allein.

Was bedeutet das Verhältnis von Durchzug und Vorrollen?

Das Verhältnis vergleicht den Durchzug mit Blatt im Wasser und das Vorrollen zur nächsten Auslage. Bei niedriger Frequenz dauert das Vorrollen deutlich länger, meist im Verhältnis 1:2 oder 1:3. Bei Rennfrequenz nähert sich das Verhältnis 1:1. Kontrolliertes Vorrollen erhält auch bei hohen Frequenzen den Bootslauf besser als hektisches Rollen.

Wie wird die Schlagfrequenz gemessen?

Ein kleiner Magnetsensor an der Rollbahn des Schlagplatzes registriert jede Rückkehr in die Auslage. Die Cox Box zählt die Signale und berechnet daraus Schläge pro Minute. Moderne Geräte wie NK SpeedCoach und Coxmate GPS können die Frequenz auch aus dem Bewegungsmuster des Bootes ermitteln, wenn kein Rollsitzsensor vorhanden ist.

Bedeutet eine höhere Schlagfrequenz immer mehr Geschwindigkeit?

Nein. Ab einer bestimmten Frequenz, häufig um 40 Schläge/min, wird das Vorrollen so kurz, dass die volle Kraft nicht mehr in jeden Durchzug gelangt. Trainer und Mannschaft ermitteln deshalb, bei welcher Frequenz das Boot am schnellsten läuft. Oberhalb dieses Bereichs kann die Geschwindigkeit wieder sinken, während die Mannschaft früher ermüdet.

Weiterlernen

Eine Frequenzvorgabe hilft, wenn sie dokumentiert ist und die Mannschaft sie vor dem Ablegen kennt. Die Software für Rudervereine speichert den Frequenzplan bei der Trainingseinheit. Das Ruderlexikon erklärt die Technik und Ausrüstung hinter den Zahlen.

Frequenzvorgaben direkt im Trainingsplan festhalten.

Mit der Trainingsplanung von Row HQ legen Trainer Frequenzvorgaben pro Abschnitt vorab fest. Mitglieder sehen den Plan vor der Ankunft am Bootshaus. Ein Beispiel bietet der britische Oundle Town Rowing Club.

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