Was ist das Vorrollen beim Rudern?

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JB
Verfasst von , Gründer von Row HQ und aktiver Ruderer. Aktualisiert
Ruderlexikon

Recovery

Beim Vorrollen geht es vom Endzug zurück in die Auslage für den nächsten Einsatz. In dieser Phase entsteht kein Antrieb. Das Boot gleitet weiter, während sich der Körper erholt und den nächsten Durchzug vorbereitet.

Was ist das Vorrollen beim Rudern?

Das Vorrollen ist die Rückkehr vom Endzug zum Einsatz. In dieser Phase entsteht kein Antrieb. Die Reihenfolge lautet Hände wegführen, Oberkörper vorlegen, nach vorne rollen. Bei niedriger Schlagfrequenz dauert das Vorrollen typischerweise im Verhältnis 2:1 länger als der Durchzug, bei Rennfrequenz etwa 1:1. Der Durchzug erzeugt den Antrieb, das Vorrollen dient der Erholung und Vorbereitung.

Also called: Recovery Phase, Slide Forward

Ein Ruderer im Einer beim Vorrollen: Die Arme sind gestreckt, der Oberkörper ist vorgeneigt und beide abgedrehten Blätter schweben knapp über dem Wasser.
Hier wird kein Druck ausgeübt. Die Blätter sind flach und frei vom Wasser. Erst Hände weg, dann Oberkörper vor, dann rollt der Sitz nach vorne.

Definition

Das Vorrollen verbindet zwei Durchzüge. Das Blatt hat im Endzug gerade das Wasser verlassen und der Körper kehrt in die Auslage zurück. Währenddessen wird keine Kraft über das Blatt übertragen. Das Boot gleitet mit dem Schwung aus dem vorherigen Durchzug weiter, bis der nächste Einsatz erfolgt.

Im Englischen heißt diese Phase „recovery“ oder „return“. Sie ist der einzige Teil des Schlagablaufs ohne direkten Antrieb. Trotzdem ist sie für die Geschwindigkeit wichtig: Kontrolliertes Vorrollen erhält den Bootslauf und schafft die Voraussetzungen für einen sauberen nächsten Einsatz.

Die Reihenfolge beim Vorrollen

Die Reihenfolge lautet Hände wegführen, Oberkörper vorlegen, nach vorne rollen:

  • Hände wegführen: Die Arme strecken sich, während der Oberkörper in Rücklage bleibt. Der Griff entfernt sich vom Körper, bis die Arme lang sind.
  • Oberkörper vorlegen: Der Oberkörper schwingt aus der Rücklage in die Vorlage. Der Rollsitz bleibt währenddessen am hinteren Ende der Rollbahn.
  • Vorrollen: Erst wenn die Vorlage steht, rollt der Sitz zur Auslage. Die Bewegung bleibt über den gesamten Weg kontrolliert und nimmt erst zum vorderen Ende der Rollbahn hin an Tempo zu.

Tempo und Rhythmus beim Vorrollen

Das Vorrollen sollte ruhiger als der Durchzug sein. Bei 18-22 Schlägen/min dauert es 2-3 Mal so lange. Das entspricht einem Verhältnis von 1:2 oder 1:3 zwischen Durchzug und Vorrollen. Das Boot hat Zeit zum Gleiten und der nächste Einsatz kann sauber vorbereitet werden.

Bei Rennfrequenz von 36-40 Schlägen/min verkürzt sich das Vorrollen deutlich und das Verhältnis nähert sich 1:1. Auch dann kontrolliert zu rollen kennzeichnet schnelle Mannschaften. Mit dem Schlagfrequenzrechner können Sie Frequenz und Tempo in Strecke pro Schlag umrechnen und unterschiedliche Rhythmen vergleichen.

Warum ruhigeres Vorrollen schneller machen kann

Anfänger möchten oft möglichst schnell zur Auslage zurück, um den nächsten kräftigen Schlag zu machen. Der Antrieb entsteht aber im Durchzug. Hektisches Vorrollen verkürzt den Bootslauf, stört die Balance und lässt den Einsatz aus dem Rhythmus geraten. Ein schnellerer Rollsitz bedeutet deshalb nicht automatisch ein schnelleres Boot.

Langes, kontrolliertes Vorrollen lässt das Boot weiter gleiten und kann so die Strecke pro Schlag erhöhen. Die Muskeln erhalten eine kurze Pause vor dem nächsten Durchzug. Gleichzeitig bleibt Zeit für einen sauberen Einsatz. Das englische Wort „recovery“ beschreibt daher beides: die Rückkehr zur Auslage und die Erholung.

Häufige Fehler beim Vorrollen

Das Vorrollen wird im Vereinstraining intensiv geübt, weil Fehler hier Balance und Rhythmus stören:

  • Zu frühes Rollen: Der Rollsitz startet, bevor die Vorlage steht. Statt einer klaren Reihenfolge entsteht eine ruckartige Bewegung. Das Boot wird unruhig und der nächste Einsatz erfolgt aus dem Gleichgewicht.
  • Ruckartiges Vorlegen: Der Oberkörper wird nach vorne geworfen, oft zusammen mit zu frühem Rollen. Das destabilisiert das Boot und macht die Auslage hektisch.
  • Anschlagen vorne: Der Rollsitz erreicht das vordere Ende der Rollbahn mit zu viel Schwung. Er schlägt an und der Einsatz wird abrupt statt flüssig.
  • Übergreifen: Für mehr Länge wird über die natürliche Auslage hinausgegriffen. Die Beine werden zu stark gebeugt und die günstige Hebelwirkung beim Einsatz geht verloren. Mehr Reichweite bringt hier keinen wirksameren Schlag.

Übungen für das Vorrollen

Pausenübungen trennen die Schritte des Vorrollens. Nach dem Wegführen der Hände halten Sie 1-2 Sekunden an, bevor der Oberkörper folgt. Eine Pause nach dem Vorlegen, aber vor dem Rollen, schult den zweiten Übergang. So wird aus einer hektischen Gesamtbewegung ein klarer Ablauf. Rudern mit aufgedrehten Blättern ergänzt diese Arbeit: Unruhige Hände und mangelnde Kontrolle lassen sich weniger leicht verdecken.

Häufige Fragen zum Vorrollen

Was ist das Vorrollen beim Rudern?

Das Vorrollen ist die Phase ohne Antrieb zwischen Endzug und Einsatz. Nach dem Ausheben werden die Arme gestreckt, der Oberkörper vorgeneigt und der Rollsitz zur Auslage bewegt. So wird der nächste Schlag vorbereitet. Das Boot gleitet durch die Trägheit aus dem vorherigen Durchzug weiter. Auf die Blätter wirkt dabei keine Antriebskraft.

In welcher Reihenfolge erfolgt das Vorrollen?

Zuerst werden die Hände weggeführt, dann wird der Oberkörper vorgeneigt und zuletzt beginnt das Rollen. Während sich die Arme strecken, bleibt die Rücklage bestehen. Beim Vorlegen bleibt der Rollsitz hinten. Erst wenn die Vorlage steht, rollen Sie zur Auslage. Zu frühes Rollen lässt diese Schritte zu einer ruckartigen Bewegung verschwimmen und stört den Rhythmus.

Warum kann ruhigeres Vorrollen schneller machen?

Der Antrieb entsteht im Durchzug. Beim Vorrollen können sich die Muskeln kurz erholen und den nächsten Schlag vorbereiten. Hektisches Rollen macht das Boot nicht automatisch schneller. Es verkürzt den Bootslauf und erschwert eine ausbalancierte Auslage. Ruhiges, kontrolliertes Vorrollen lässt das Boot gleiten und ermöglicht einen sauberen nächsten Einsatz. Deshalb gehört es zu den Grundlagen der Rudertechnik.

Was bedeutet das Verhältnis von Durchzug und Vorrollen?

Das Verhältnis vergleicht die Dauer beider Phasen. Bei 18-22 Schlägen/min im UT2-Training dauert das Vorrollen 2-3 Mal so lange wie der Durchzug, also im Verhältnis 1:2 oder 1:3. Bei Rennfrequenz von 36-40 Schlägen/min nähert sich das Verhältnis 1:1. Mannschaften, die auch dann kontrolliert vorrollen, erhalten einen besseren Bootslauf.

Wie üben Sie kontrolliertes Vorrollen?

Pausenübungen sind dafür besonders geeignet. Halten Sie nach dem Wegführen der Hände für 1-2 Sekunden an, bevor Sie den Oberkörper vorlegen. Oder pausieren Sie nach dem Vorlegen für 1-2 Sekunden, bevor der Rollsitz startet. So werden die einzelnen Schritte bewusst getrennt. Rudern mit aufgedrehten Blättern ergänzt die Übung, weil unruhige Blattführung direkt sichtbar wird.

Weiterlernen

Kontrolliertes Vorrollen lässt sich gezielter trainieren, wenn Techniknotizen von Einheit zu Einheit erhalten bleiben. Row HQ ordnet sie dem Mitglied zu. So weiß der nächste Trainer, worauf er achten soll. Das Ruderlexikon erklärt den übrigen Schlagablauf.

Beim Vorrollen auf bisherigen Fortschritten aufbauen.

Die Trainerwerkzeuge von Row HQ speichern Techniknotizen pro Ruderer über mehrere Einheiten hinweg. So ist die Arbeit vom Dienstag auch am Samstag noch nachvollziehbar.

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